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Reibanker und Ruth retten - die Mülheimer DRK Wasserwacht bildet sich fort

von Ulrike Thommessen, Ausbildungsbeauftragte Wasserwacht DRK Kreisverband Mülheim an der Ruhr e.V.

Mit Unterstützung der Wasserretter wird die Übungspuppe „Ruth“ an das Rettungsboot gehoben.

Die Teilnehmer der Mülheimer Wasserwacht am Praxiscamp an der Xantener Nordsee 2021.

Was um Himmels Willen ist ein Reibanker? 

Die Mitglieder der Mülheimer DRK Wasserwacht wissen es, denn sie haben dieses Manöver oft genug auf der Xantener Nordsee beim Praxiscamp geübt. Dabei wurde das Boot mit etwas Motorkraft am flachen Kiesstrand in Position gehalten, um eine verletzte Person aufnehmen zu können. Gerade bei einer Rettung im Hochwasser fehlt häufig die Möglichkeit, Leinen zum Fixieren des Bootes zu nutzen. Der Reibanker aber funktioniert auch an glatten Hauswänden.

Selbstverständlich sind alle Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer der Mülheimer Wasserwacht auch in der Lage eine Klampe zum Befestigen zu belegen. Im Trockenen wurden weitere Seemannsknoten geübt, damit sie bei Bedarf angewendet werden können.

Auf der Xantener Nordsee ging es beim Praxiscamp dann etwas turbulenter zu: Ruth musste immer wieder gerettet werden. Auch wenn die Dame aus flexiblem Kunststoff nur 40 kg wiegt, ist das ohne Spineboard und entsprechender Technik kaum möglich. Gut ausgerüstete Wasserretter bieten von Wasser aus - eine wertvolle zusätzliche Unterstützung - um die robuste Dame ins sichere Boot zu hieven. Dort übernimmt dann das Team an Bord, denn alle Mülheimer Wasserretter sind auch ausgebildete Sanitäter.

Verschiedene realitätsnah gestaltete Stationen stellten die Mülheimern Rettungsschwimmer an ihrem Fortbildungswochenende vor immer wieder neue Aufgaben. Es waren mal wieder zwei lehrreiche Tage und die am Samstagabend stattfindenden gemeinschaftliche Evaluation förderte auch den familiären Teamgeist der Mülheimer Wasserwacht.

Wie wichtig regelmäßiges Üben ist, wurde den aktiven Wasserrettern des DRK erst vor ein paar Wochen bewusst. Während ihres Einsatzes in der vom Hochwasser stark betroffenen Region Bad Münstereifel musste jeder Handgriff sitzen - Zeit für Erklärungen gibt es dann nicht.